Flash Fiction

Rockabilly Space Opera Romance im Häppchenformat - zum Eintauchen und Wohlfühlen, für eine kleine Pause zwischen durch. Neues Lesefutter gibt es circa alle zwei Wochen.

Ein Tag am Strand
Diana von Oertzen Diana von Oertzen

Ein Tag am Strand

Die leichte Brise wehte Gischt von einem Wellenkamm in Adelies Gesicht. Sie spürte wie der feine Film Salz auf ihrer Haut trocknete, und schmeckte es auf ihren Lippen. Der Sand unter ihren nackten Füßen war warm und fein. Die warme Sommerluft roch nach Tang der am Saum der letzten Flut trocknete und den Kräutern die in den Dünen wuchsen. Sie lehnte sich an den Felsen in ihrem Rücken und beobachtete das Spiel der Möwen im blauen Himmel. Sie jagten immer und immer wieder im Kreis über die Dünen, über den Strand zum Wasser, bis hinaus zum Vogelfelsen, und wieder zurück. Ihr Blick blieb an dem turmartigen Felsen in Mitten der Bucht hängen. Er war das Zuhause der Möwen, und ein markanter Anblick. Etwas kam auf sie zugeschossen und sie konnte im letzten Moment abwehrend den Arm heben, bevor der Volleyball sie traf.

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Leslies Geschenk
Diana von Oertzen Diana von Oertzen

Leslies Geschenk

Leslie winkte ihrer Kollegin zum Abschied, schlüpfte in ihren hellblauen Sommermantel und nahm ihre Tasche. Sie verließ das Krankenschwesterzimmer nur zwei Stunden später als geplant, das war schon fast ein pünktlicher Feierabend. Das Krankenhaus war riesig, und es dauerte gute 10 Minuten, bis sie schließlich durch den Hauptausgang in den Sommerabend trat. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite parkte Adelies tiefschwarzer ELF Sportwagen, und seine Besitzerin lehnte unverfroren an seiner Tür, die Blicke, die ihre Erscheinung in einem figurbetonten, roten Etuikleid, schwarzen Handschuhen und einer gigantischen Sonnenbrille auf sich zog, geflissentlich ignorierend. […]

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Katzenmutter
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Katzenmutter

Ophelia radelte leise vor sich hin pfeifend Oak Avenue entlang. Die Straße trug ihren Namen zu recht, denn links und rechts der Fahrbahn standen alte, mächtige Eichen, durch deren Blätter die das Sonnenlicht des Spätnachmittags filterte und scheckige Muster auf die Straße und Bürgersteige malte. Zwischen alten Rhododendren und üppig blühenden Rosenbüschen standen mindestens so alte Villen, versteckt hinter Gartentoren die von steinernen Löwenstatuen bewacht wurden. Oak Avenue mündete in Birch Lane, und hier wechselte die Szenerie. Die Häuser waren immer noch alt, aber die Grundstücke nicht mehr so groß, die Gärten weniger gepflegt, dafür sah man mehr Kinderspielzeug auf den Rasenflächen. Es gab keine Löwenstatuen, dafür die eine oder andere dicke Hauskatze, die mit wachsamen Augen von den Veranden die Straße beobachteten.

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Sommerabend auf der Farm
Diana von Oertzen Diana von Oertzen

Sommerabend auf der Farm

Das rote Motorrad nahm die langgezogenen Kurven mit geübtem Schwung. Die Landstraße schmiegte sich an die sanften Hügel, deren Wiesen sich mit langen, goldenen Halmen im späten Nachmittagslicht wiegten. Sie zogen sich von Meadow Junction bis zum Echogebirge, wo sie sich irgendwann mit den Ausläufern des Gebirges vereinigten. Die Maschine schnurrte wie eine große Katze, und Nate spürte den Fahrtwind im Gesicht und den Schweiß unter dem Helm. Es war ein heißer Tag gewesen, und vom Asphalt und vom Tank strahlte noch mehr Wärme. Doch da war schon das große, rote Tor, das den Weg nach Wild Sage Acres wies. Er bog in die mit Kies bestreute Einfahrt und lies ausrollen. […]

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Findelkind (2)
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Findelkind (2)

„Wie, du hast eine Katze adoptiert?“ Ophelia sah Adelie and und versuchte herauszufinden, ob ihre Freundin ihr nicht stattdessen einen Bären aufbinden wollte.

„Ich habe sie nicht adoptiert, ich habe sie einfach nur erstmal gerettet. Saß zwischen Mülltüten im Platzregen am Montag, und sah halbverhungert aus. Ich konnte sie unmöglich dort zurücklassen.“ Adelie machte ein unglückliches Gesicht, ihre apart geschwungenen Brauen zusammengezogen und ihre Stirn in Falten gelegt. „Sie ist unglaublich niedlich, und sehr zutraulich, aber ich kann gerade mal eine Orchidee am Leben erhalten, ich weiß nicht, ob ein Haustier das richtige für mich ist. Und ich bin soviel unterwegs…“ […]

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Findelkind (1)
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Findelkind (1)

Es regnete in Strömen, als Adelie an der Turnhalle vorbei Richtung Parkplatz eilte. Sie hatte schon nasse Füße, weil die hübschen Ballerinas kein Schuhwerk für Westerhavens berüchtigte sommerliche Platzregen waren. Gerade als sie die die Müllsäcke umrundete, die schon für die Abfuhr am nächsten Tag bereit standen, vernahm sie ein jämmerlich-klagendes Geräusch, dass ihr eine Gänsehaut über den Rücken sandte. Zwischen einigen Müllsäcken raschelte es, und sie trat näher, als sie das Jammern erneut vernahm. Sie versuchte, in dem Chaos etwas zu erspähen, und als einer der Müllsäcke wackelte, zog sie ihn beiseite. Ein klägliches Maunzen ertönte, und dann tauchte ein kleines, sehr nasses, schwarzes Kätzchen auf. […]

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Sommerfest
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Sommerfest

Im Garten des Mercator Hotels hingen Lichterketten in den alten Bäumen, von der Terrasse wehten die Klänge der Band und das Gelächter der Gäste herüber, und über allem spannte sich ein tintenblauer Nachthimmel, gekrönt von einem buttergelbem Vollmond. Adelie fühlte sich, als wäre sie durch ein Portal getreten und zurück im heimatlichen Greenvale Park. Sie hatte eine etwas versteckte steinerne Bank unter einem üppigen Rosenbusch gefunden. Die türkisblaue Seide des bodenlangen Abendkleides raschelte leise als sie sich bequemer hinsetze. Am liebsten würde sie ihre farblich passenden Pumps abstreifen, aber das wäre im höchsten Maße unstandesgemäß für eine Baroness auf einer öffentlichen Veranstaltung. […]

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Leibwachen
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Leibwachen

Henry lehnte am Stamm der alten Platane und ließ den Blick prüfend die Straße hinunter schweifen. Nichts Auffälliges zu bemerken, alles in Meadow Junction ging wie immer seinen gewohnten Gang. Alte Damen mit festbetonierten grauen Locken führten auf dem Gehweg ihre Pudel spazieren. Kleine Kinder fuhren Tretroller zwischen den Passanten, selbige als Slalomstangen missbrauchend. Grüppchen von jungen Nurses liefen Arm in Arm von Geschäft zu Geschäft, und auf der Fahrbahn des Graham Boulevards rollten einige wenige auf Hochglanz polierte Limousinen. […]

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Scones und Erdbeeren
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Scones und Erdbeeren

Eine leichte Brise raschelte durch die Blätter der Apfelbäume im Obstgarten. Weiße Watte-Wolken segelten über einen tiefblauen Himmel. In Richtung des Gemüsegartens standen die Sonnenblumen Spalier, ihre Köpfchen im Wind nickend. Der süße Duft von Erdbeeren hing in der Luft. Adelie drückte sich fester an Nates breite Brust, und genoss den stillen Moment. Es war Samstagnachmittag, und das einzige auf ihrer Agenda war, eben diesen zu verbummeln, nachdem sie den ganzen Vormittag fleißig über ihren Büchern gesessen hatten. Nate schubste mit dem Fuß die Hängematte wieder an, die zwischen den alten Apfelbäumen aufgespannt war. Langsam schwingend schaukelten sie. Er kraulte im gleichen Tempo ihren Nacken. Die ganze Hektik der vergangenen Woche tropfte von ihrer Seele, mit jedem Vorwärts und Rückwärts der Hängematte ein bisschen mehr. […]

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