Depesche #20260419
Druckbuchformatierungswahnsinn / Vom Gefühl, eigene Bücher in der Hand zu halten / Wenn man auf einmal ein eigenes Unternehmen hat
Willkommen zu einer neuen Depesche aus den Himmelskratzer Publishing Headquarters, in der es heute um Druckbücher gehen wird und den langen Weg dorthin.
Druckbuchformatierungswahnsinn
Ich habe wirklich schon viel gedruckt. Broschüren, Karten, Roll-ups, Magazine… aber einen Buchblock für den Druck fertig machen, schlägt alles. Ich weiß nicht, ob das an den Anbietern liegt, oder an mir. Der Prozess ist wie folgt:
1) In Vellum alles so einstellen, wie man es haben will, mit all den illustrativen Elementen die man für Kapitelüberschriften und Szenentrennern haben will. Nochmal alles durchklicken, ob nicht irgendwo doch noch eine eine einsame Zeile hängt. Gegebenenfalls einen Seitenumbruch einfügen. (Deswegen habe ich nun Dateien für eBooks und für Print-Books. Le Sigh.) Leere Seiten einfügen, damit das Impressum auch wirklich auf Seite 4 landet, weil automatische Schmutzseiten einfügen macht nur “die andere Druckerei”.
2) Schauen, dass man auch wirklich die korrekte Schriftart eingestellt hat (weil NATÜRLICH BoD die Standardschrift in Vellum nicht akzeptiert).
3) Schauen, ob man auch die gefühlt irrsinnigen 5mm Beschnitt eingestellt hat, und nicht aus Versehen die von mir gewöhnten 3mm.
4) PDF exportieren.
5) Alle leeren Seiten die man nicht benötigt (don’t ask) entfernen, speichern.
6) Mit der nun finalen Seitenzahl bewaffnet auf den BoD Coverrechner gehen und diese eingeben, damit ich weiß wie breit der Buchrücken wird.
7) Wrap-Cover entsprechend einstellen. Das ist der gesamte Umschlag, also die Vorderseite, der Rücken und die Rückseite mit dem Klappentext. Exportieren und schauen, dass man da auch die 5mm Beschnitt drin hat.
5) Bei BoD all die Metadaten ausfüllen, inklusive der Anzahl der Farbdruckseiten und welche Seite das im PDF ist.
6) Buchblock und Cover hochladen, feststellen, dass doch irgendwas nicht stimmt, das anpassen, Datei exportieren und nochmal hochladen.
7) Endlich bestellen.
Und das mal vier. Man kann so einen ganzen Sonntag verbraten. Aber - sie sind endlich da, und ich habe endlich von jedem Buch eine gedruckte Version vorliegen.
Vom Gefühl, das eigene Buch in der Hand zu halten
Bücher schreiben ist ein langwieriger Prozess, der sich oft wie auf der Stelle treten anfühlt. Man erfreut sich daran, dass der Wortzähler stetig nach oben klettert, also es ist nicht so als wüsste man nicht, was man geleistet hat. Man sieht die Seitenzahl, man gibt die Breite des Rückens für das Cover an - aber das ist alles sehr abstrakt. Erst wenn man dann das Buch auspackt und in die Hand nimmt, realisiert man, dass 18mm Breite eben fast 2cm sind und durchaus was wiegen.
Und dann die Gewissheit, dass die eigenen Gedanken und Ideen nun im wahrsten Sinne des Wortes greifbar sind. Man kann sie selber anfassen, durchblättern (und dabei die unvermeidlichen Tippfehler entdecken) und in die Kamera halten. Man kann das Buch mitnehmen und sagen “Schau, hab ich geschrieben!” Es ist einfach was anderes, als eine digitale Datei.
Vom Vergnügen, ein eigenes Unternehmen zu haben
Ich könnte mich tatsächlich immer noch sehr darüber amüsieren, dass ich jetzt auf die Frage “Und was machst du?” völlig legal antworten darf, dass ich Geschäftsführerin meines eigenen Unternehmens bin. Und so langsam sehe ich auch Licht am Ende der Überforderung, auch wenn gefühlt jeden Monat eine neue Verordnung um die Ecke kommt, die ich auch beachten muss. Leider gibt es bisher noch kein Buch “eCommerce für Dummies” das einem zumindest mal die Basics erklärt.
Das Schwierigste ist tatsächlich das Geduld haben. Zwischen Vollzeitjob, Bücher schreiben (der eigentlichen Haupttätigkeit) und all den Ideen, die ich noch so habe, ist es schwer, mich damit anzufreunden, das Alles auf Einmal und Jetzt Sofort keine nachhaltige Unternehmensstrategien sind. Also habe ich mich gestern mal hingesetzt und festgelegt, was dieses Jahr noch passieren soll, außer dem Inneren Kompass natürlich, und die nächsten drei Jahre. Und nun muss ich mir nur noch angewöhnen, diese Pläne auch durchzuziehen. Ich will mich weder energiemäßig noch finanziell verheben, weder ein Burnout noch ein leeres Konto sind dieser Idee zuträglich.
Die grobe Pipeline bis 2029
2026
Printversionen bestellbar machen inklusive Special Goodies
Der Innere Kompass veröffentlichen
Halloween Kurzgeschichte (aus der Nate erklärt Adelie irdische Feiertage Serie)
2027
Jahreszeiten-Anthologie (der erweiterte Adventskalender)
Double Date Kurzgeschichte
Sommerstrand Kurzgeschichte
Druckversionen aller Kurzgeschichten
2028
Feuertaufe in Kaimiro
Holi Kurzgeschichte (noch so ein Feiertag)
2029
Hochzeit in Greenvale Park
St. Patrick’s Day Kurzgeschichte